FinTech

Alter Wein in neuen Schläuchen?

FinTech ist laut Wikipedia ein Sammelbegriff für moderne Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen und setzt sich aus den Wörtern "financial services" und "technology" zusammen. FinTech ist nicht neu, da Finanzdienstleistungen seit Jahrzehnten eng mit Informationstechnologie verknüpft sind. Ohne IT wären Finanzdienstleistungen in der heutigen Form gar nicht möglich. Bisher wurden in diesem Zusammenhang die Begriffe E-Banking oder E-Finance verwendet.

Was ist neu an FinTech, dass es dafür einen neuen Begriff braucht? Gemeinhin wird vom disruptiven Charakter von FinTech gesprochen. Die bisherigen Finanzdienstleister werden von neuen, innovativen Anbietern in ihren Stammlanden herausgefordert oder sogar verdrängt. Das tönt verdächtig nach dem berühmten Zitat von Steve Jobs: „Banking is essential, banks are not“. Das war übrigens 1994. Sind es die neuen elektronischen Zahlungsmittel (Stichworte elektronisches Geld, E-Geld, Handy-Zahlungen) oder die virtuelle Währung Bitcoin? Die Firma Swiss NetPay AG bot bereits 1998 mit „E-cash“ das erste elektronische Geld in der Schweiz an. Michael Kunz schrieb dazu in der NZZ vom 9./10. Januar 1999 seinen allerersten Artikel („Jedem sein eigenes elektronisches Geld?“, PDF-Datei).

Neu und möglicherweise disruptiv sind die Kombination von neuen Technologien (Stichwort Robo-Advice) mit der heutigen massenweisen Verbreitung von mobilen Lese- und Eingabegeräten (Stichwort Smartphones) in Verbindung mit einem schier unbegrenzten Marketingpotential der sozialen Netzwerke. Regulatorisch sind die Fragen dieselben geblieben: handelt es sich beim Guthaben der Kunden auf dem Wallet um eine Publikumseinlage und wird deshalb eine Bankbewilligung benötigt? Benötigt die Dienstleistung im Zahlungsverkehr für Bitcoins eine Bewilligung nach Geldwäschereigesetz und welche Sorgfaltspflichten sind anwendbar?

Michael Kunz war während seiner Tätigkeit bei der EBK von 1996 - 2001 zuständig für E-Banking und E-Finance und beschäftigt sich seither intensiv mit allen damit verbundenen aufsichtsrechtlichen Fragestellungen. Für KUNZ COMPLIANCE berät er seit 2001 Klienten zu E-Finance-Fragen und hat in dieser Zeit mehrere Bewilligungsverfahren bei der Kontrollstelle für Geldwäscherei (bis 31.12.2008) bzw. bei der FINMA oder Verfahren zum Anschluss an eine SRO betreut. So begleitete er u.a. 2004 das Bewilligungsverfahren nach Geldwäschereigesetz für das erste anonyme Zahlungsmittel in der Schweiz für das Internet (s. NZZ-Artikel vom 29.7.2004: „Neue Bezahlverfahren für das Internet“, PDF-Datei). Für FinTech ist KUNZ COMPLIANCE ihr kompetenter Rechtsberater.